Auch genannt: Agentische Softwareentwicklung, Agentic Software Development
Wie Agentic Coding arbeitet
Ein klassischer KI-Codeassistent schlägt Zeilen vor, während ein Mensch tippt. Beim Agentic Coding bekommt ein Agent dagegen eine Aufgabe – „baue die Schnittstelle”, „behebe diesen Fehler” – und arbeitet sie in einer Schleife ab: Er plant die Schritte, schreibt Code, führt ihn aus, lässt Tests laufen, liest die Fehlermeldungen und bessert nach, bis das Ergebnis steht. Diese Schleife läuft kontrolliert im Agent-Harness, nach dem Muster Plan → Execute → Verify.
Der Entwickler verschwindet dabei nicht – seine Rolle verschiebt sich: von der Zeile Code hin zu Anforderung, Architektur und Abnahme. Er beschreibt präzise, was entstehen soll, setzt die Grenzen, prüft die Ergebnisse und entscheidet an den wichtigen Stellen (Human-in-the-Loop).
Abgrenzung zum Vibe Coding
Vibe Coding ist der lockere Modus: drauflos beschreiben, Ergebnis ansehen, weiterbeschreiben – gut für Prototypen und zum Ausprobieren, aber ohne Anspruch auf Nachvollziehbarkeit. Agentic Coding ist der professionelle Gegenmodus: Der Agent arbeitet zwar selbstständig, aber innerhalb definierter Anforderungen, mit Tests als Prüfstein und Review vor jeder Übernahme. Der Unterschied liegt nicht im Werkzeug, sondern in der Disziplin drumherum.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für den Mittelstand verschiebt Agentic Coding vor allem eine Rechnung: Individualsoftware, die bisher an Monaten Entwicklungszeit und entsprechenden Kosten scheiterte, wird in Tagen bis Wochen machbar – das interne Werkzeug, die Systemanbindung, die Automatisierung, für die sich ein klassisches Projekt nie gelohnt hätte.
Drei Dinge entscheiden darüber, ob das Ergebnis trägt:
- Klare Anforderungen – der Agent baut genau das, was beschrieben ist. Unschärfe in der Aufgabe wird zu Unschärfe im Ergebnis.
- Tests und Review – generierter Code wird geprüft wie jeder andere: automatisiert getestet und von erfahrener Hand gegengelesen, bevor er produktiv geht.
- Erfahrene Steuerung – die Geschwindigkeit kommt vom Agenten, die Qualität von der Person, die ihn führt. Ohne diese Führung entsteht schnell viel Code – und wenig Software.
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