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Protokolle & Schnittstellen

MCP

Ein offener Standard, über den ein KI-Modell auf Werkzeuge und Datenquellen zugreift – wie ein USB-Anschluss zwischen Modell und Außenwelt.

Auch genannt: Model Context Protocol

Warum das zählt

MCP entkoppelt Werkzeuge vom Modell: Ein einmal gebauter Anschluss (etwa zu Ihrem ERP oder Dateiablage) funktioniert mit jedem MCP-fähigen Modell. Das senkt die Bindung an einen Anbieter und macht eigene Integrationen wiederverwendbar.

Wozu MCP dient

MCP (Model Context Protocol) standardisiert die Verbindung zwischen einem KI-Modell und der Außenwelt – also Werkzeugen, Dateien, Datenbanken und APIs. Vor MCP musste jede Anwendung ihre Werkzeug-Anbindung selbst und modellspezifisch bauen. MCP macht daraus einen einheitlichen Anschluss.

Es ist ein Tool-zu-Modell-Protokoll: Es regelt, wie ein Modell (über sein Harness) Werkzeuge entdeckt und aufruft. Es ist ausdrücklich kein Protokoll für die Kommunikation von Agenten untereinander – dafür gibt es A2A (/glossar/a2a). Diese Abgrenzung wird häufig verwechselt.

Architektur

  • MCP-Server (/glossar#mcp-server) stellen Fähigkeiten bereit (z. B. „lies aus diesem Verzeichnis”, „frage diese Datenbank”).
  • MCP-Clients (/glossar#mcp-client) sitzen in der KI-Anwendung und sprechen die Server an.
  • Der Austausch läuft über einen definierten Transport (/glossar#transport).

Stand der Spezifikation

MCP wurde Ende 2024 von Anthropic vorgestellt und als offener Standard veröffentlicht. Seit Dezember 2025 liegt es bei der Agentic AI Foundation, einer herstellerneutralen Stiftung unter dem Dach der Linux Foundation, gemeinsam mit AGENTS.md (/glossar/agents-md); seit August 2026 gehört auch A2A (/glossar/a2a) dazu.

Die Spezifikation wird nach Datum versioniert, nicht nach Nummern. Aktuell ist der Stand 2026-07-28. Er macht das Protokoll im Kern zustandslos: Jede Anfrage trägt Protokollversion, Client-Identität und Fähigkeiten selbst mit, statt sich auf eine laufende Sitzung zu stützen. Dazu kommen eine gehärtete Autorisierung, ein formaler Rahmen für Erweiterungen und erstmals eine geregelte Abkündigung älterer Funktionen. Über die offizielle Erweiterung MCP Apps kann ein Server außerdem eigene Bedienoberflächen mitliefern, die der Client abgeschottet anzeigt. Als veraltet gekennzeichnet sind unter anderem der Transport HTTP+SSE und die dynamische Client-Registrierung bei der Anmeldung, an deren Stelle Client-ID-Metadatendokumente treten. Eine neuere Fassung gibt es Stand November 2026 nicht; die Roadmap vom August 2026 nennt keinen Termin.

Eine Version „MCP 2.0” gibt es nicht. Wer sie nennt, meint meist eine neue Hauptversion einer Programmbibliothek, die MCP umsetzt. In Anforderungen und Verträgen gehört deshalb das Datum der Spezifikation hin.

Quellen

Aktualisiert 1. November 2026

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